Rückblick auf das Stuttgart International Symposium on Automotive and Engine Technology 2025 des FKFS

14. Juli 2025

Vom 2. bis 3. Juli fand das Stuttgart International Symposium on Automotive and Engine Technology zum Thema „Automotive Vision: Design, Technology and Sustainability im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt.

Wir blicken zurück auf zwei intensive und inspirierende Tage – mit spannenden Impulsen, tiefem Fachwissen und wertvollem Austausch rund um die Mobilität der Zukunft.

Panel Diskussion: Zukunft der Automobilindustrie in Deutschland

Neben den Projektbeiträgen überzeugte das Symposium durch ein hochkarätiges Programm:
Die Keynotes lieferten spannende Impulse zur Transformation der Branche, und die Panel Diskussion zur Zukunft der Automobilindustrie in Deutschland war ein strategischer Höhepunkt, der viele zentrale Fragen offen und ehrlich adressierte.

In den parallelen Fachsessions wurden unter anderem folgende Themen intensiv diskutiert:

  • Software & Digitalisierung
  • Neue Entwicklungen bei Verbrennungsmotoren
  • Wasserstoff als Energieträger
  • Batterietechnologien und deren Nachhaltigkeit

Unser Beitrag zur Wiederaufbereitung von E-Motoren im BMBF-Forschungsprojekt

Im Rahmen der 5-Minuten-Pitches konnte Sebastian Dressel unsere Beteiligung am BMWK-Forschungsprojekt REASSERT vorstellen. Unter der Leitung von Schaeffler und den weiteren Projektpartnern Fraunhofer IPA, Karlsruher Institut für Technologie KIT, iFAKT GmbH, Riebesam GmbH & Co. KG und BRIGHT steht die Wiederaufbereitung gebrauchter Elektromotoren im Fokus, wobei der Motor als Gesamtsystem getestet und analysiert wird.

Wir von BRIGHT entwickeln und bauen den zentralen Teststand mit dem elektrische Traktionsmotoren ganzheitlich geprüft werden können – mechanisch, elektrisch, thermisch und funktional. Dieser Teststand ermöglicht eine Vielzahl an Prüfverfahren:

Statische Tests:

  • Sichtprüfung
  • Low-Voltage Equipotentialtest (Messung von Widerständen zur Sicherstellung der Arbeitssicherheit)
  • DC-Widerstand von Drehgeber und Temperatursensor
  • HV-Isolationstest AC
  • Teilentladungsprüfung

Dynamische Tests:

  • Drehgeberprüfung
  • Einlaufprogramme
  • Open-Circuit- und Short-Circuit-Tests

Aktive Tests:

  • Dichtheitsprüfung des Kühlsystems
  • Aktiver Motortest im Betrieb
5-Min-Pitch zum Thema REASSERT
5-Min-Pitch zum Thema REASSERT

Zu den zentralen Herausforderungen des Projekts zählt vor allem der Mangel an belastbaren Informationen über typische Schadensbilder gebrauchter Elektromotoren – insbesondere deshalb, weil viele dieser Motorentypen erst neu in Serie gehen und entsprechende Felddaten fehlen. Hinzu kommt, dass derzeit nur eine sehr geringe Anzahl defekter E-Motoren zur Verfügung steht. Um dennoch aussagekräftige Tests durchführen zu können, müssen Schäden gezielt provoziert werden, damit sie im Prüfstand später zuverlässig erkannt und ausgewertet werden können.

Erste Erkenntnisse aus dem Projekt zeigen, dass die häufigsten Defekte bei zurückgeführten Elektromotoren die Lager betreffen – einfache und kostengünstige Bauteile, deren Ausfall jedoch den gesamten Motorbetrieb beeinträchtigen kann. Insgesamt lohnt sich die wirtschaftliche Aufbereitung derzeit nur bedingt, da neue Motoren aktuell noch vergleichsweise günstig sind. Perspektivisch könnten jedoch gesetzliche Änderungen einen wirtschaftlichen Anreiz zur Wiederaufbereitung schaffen – vorausgesetzt, die Konstruktion der Motoren wird entsprechend angepasst, etwa durch eine verbesserte Austauschbarkeit der Statorisolierung, um Reparaturen effizienter und kostengünstiger durchführen zu können.

E-Motoren aus dem Feld haben Potenzial für ein zweites Leben – aber dafür braucht es intelligente Prüftechnologie, flexible Prüfstände und strategische Designanpassungen. BRIGHT entwickelt heute die Werkzeuge, damit morgen aus Rückläufern wieder Ressourcen werden.

Vernetzung und Austausch auf hohem Niveau

Auch das Netzwerken kam nicht zu kurz – insbesondere die Abendveranstaltung im Memox bot in entspannter Atmosphäre Raum für spannende Gespräche mit Expertinnen und Experten aus Industrie, Forschung und Entwicklung.

Marc Wehinger (BRIGHT), Hans-Christian Reuss (FKFS), Dr. Christof Weber (Daimer Truck), Thomas Götz und Sebastian Dressel (beide BRIGHT)
Sebastian Dressel und Marc Wehinger

Unser Fazit

Das FKFS-Symposium 2025 war erneut ein Branchentreffpunkt auf höchstem Niveau – inhaltlich, organisatorisch und menschlich. Wir bedanken uns herzlich beim FKFS für dieses top organisierte Event und freuen uns schon auf das kommende Jahr.

Der Dialog zur Mobilität der Zukunft geht weiter – und wir sind mittendrin.

Weitere Informationen zum Symposium:  https://www.fkfs-veranstaltungen.de/veranstaltungen/stuttgart-symposium